Danke an Klaus für die redaktionelle Überarbeitung.

                                                                   Peter


Nutzung der „freien Raumenergie“

2. Hauptsatz der Thermodynamik/Entropie.

Physikalische Naturgesetze sind meist verblüffend einfach und einleuchtend. Jedem ist sofort klar, daß das Gravitationsfeld in Richtung des Schwerpunktes der Erde wirkt, mit der Folge, daß, ohne Einwirkung von außen, ein losgelassener Gegenstand immer in die Richtung des Erdmittelpunkts fällt.



Klaro, warum eine solche Selbstverständlichkeit überhaupt erwähnen?“



Es gibt eben auch grundlegende und physikalische Naturgesetze, die entscheidenden Einfluß auf unser tägliches Leben haben und – außer Physikern und Mathematikern – praktisch niemand bekannt und bewußt sind. Ein solches Naturgesetz ist der „2. Hauptsatz der Thermodynamik“, der eng mit dem Begriff der „Entropie“ verbunden ist. Sie wissen doch hoffentlich (: (:, daß Entropie unter anderem eine physikalische Zustandsbeschreibung eines sogenannten „idealen Gases“ (wie Helium) ist? Also ein Wert, vergleichbar mit physikalischen Werten wie Druck, Temperatur oder das Volumen eines Gases, durch den der Zustand eines Gases vollständig definiert und beschrieben wird. Die Entropie und der 2. Hauptsatz der Thermodynamik haben nur einen gewaltigen Nachteil: Sie entziehen sich leider praktisch völlig der Anschaulichkeit und sind nur durch Mathematik zu erfassen, beispielsweise in der Berechnung von Kraft-Wärme-Kreisprozessen (der bekannteste Prozeß: der Carnot-Prozeß).



Dieses „höchst entschuldbare“ Nichtwissen führt nun dazu, daß wir uns beispielsweise in Sachen der Energieerzeugung von Politik und „Scharlatanen“ leicht hinters Licht führen lassen. Beispiele dafür sind, daß wir gerne glauben – wir wollen ja möglichst ungestört so weiterleben wie bisher, jedem der uns dies verspricht, laufen wir deshalb auch gerne wie dem Rattenfänger von Hameln hinterher –, daß der Energiesee des Universums (in dem die Erde tatsächlich – wie ein Schiff im Ozean – „schwimmt“) durch die Menschheit zukünftig genutzt werden kann, wenn wir uns nur anstrengen und neue, bisher unbekannte Technologien entwickeln.



Dazu gehört zweifellos auch der Traum vom Vorhandensein und der Nutzung der „freien Raumenergie“, wie dies immer wieder durch entsprechende „Foren“ im Internet geistert. Wenn Sie wissen wollen, warum die Naturgesetze (hier: wegen der „Entropie“) dagegen sprechen, sollen Sie durch den folgenden Beitrag davon wenigstens einen Hauch von Ahnung erhalten.

Sie werden des weiteren dann auch begreifen, daß „thermodynamische Kraft-Wärme-Prozesse“, wie diese beispielsweise in Wärmekraftwerken stattfinden, von diesen Naturgesetzen betroffen sind und auch bei Anwendung von High-Tech-Ingenieurskunst und verlustfreien idealen Prozessen nicht über einen Wirkungsgrad von etwa 70 % hinauskommen können – rein naturgesetzlich.



Daß ich in diesem Zusammenhang in den „Anmerkungen zur Erneuerbare-Energien-Politik“ teilweise etwas sarkastisch werde, bitte ich mir nachzusehen. Ich gebe auch zu, daß diese Ausführungen, unter anderem, der Aufrechterhaltung meiner „seelischen Hygiene“ geschuldet sind. Danke für Ihre Nachsicht!



Ein Menschheitstraum: Nutzung der unendlichen Wärmeenergie im Ozean und Nutzung der „freien Raumenergie“


Näheres über die Theorie der Nutzung der sogenannten „freien Raumenergie“(nach Professor Turtur) – in Form der uns (die Erde) umgebenden und quasi unendlichen Energievorräte – können Sie hier bei Professor Turtur selbst anschauen

https://www.ostfalia.de/cms/de/pws/turtur/


Der kaum bekannte „2. Hauptsatz der Thermodynamik und der Begriff der Entropie“lassen den Traum wohl nie Wirklichkeit werden. Hier dazu einige Anmerkungen allgemeiner Art. Im folgenden erste grundsätzliche Anmerkungendazu:


Als Normalmensch sollte man zunächst wissen, daß in der Physik dieser 2. Hauptsatz durch zahllose Beobachtungen und Experimente schon seit ca. 200 Jahren bestätigt und niemals widerlegt wurde. Seine deshalb wohl unbestrittene Gültigkeit hat aber erhebliche Konsequenzen für die reale Nutzung der vorhandenen Energievorräte der Menschheit.


Ich glaube auch, daß wohl kaum einem Menschen außerhalb der Physik bewußt ist, daß gleiche Energiemengen (in KWh, KiloJoule, kcal) in Form von Wärme nicht immer ein gleiches nutzbares Arbeitsvermögen besitzen, auch nicht bei idealen und ansonsten verlustfreien Prozessen. Danach haben Beträge von zahlenmäßig gleicher Wärmeenergie – je nach dem Temperaturniveau des physikalischen Prozesses – zwangsläufig und naturgesetzlich unterschiedliche nutzbare Energieanteile. Um den 1. Hauptsatz der Thermodynamik zu erfüllen (ganz vereinfacht: Energieerhaltungsgesetz bei Umwandlung in eine andere Energieform), muß der Rest der Energie naturgesetzlich in Form nicht nutzbarer Niedertemperatur (bezogen auf den betrachteten Prozeß) anfallen.


Eine schwer begreifbare – mathematisch und physikalisch unbestreitbare, also naturwissenschaftliche – Tatsache, die bei der Technik der Energieerzeugung erhebliche Konsequenzen hat. Mit der eigentlichen Physik und Theorie will ich Sie hier verschonen. Es soll Ihnen lediglich deutlich werden, daß es dieses Naturgesetz gibt und welche Konsequenzen dieses Naturgesetz für die Praxis der Energieerzeugung hat.





Es ist unbestritten richtig, daß die Menschheit von einem unendlich großen Energieozean umgeben ist, trotzdem können wir naturgesetzlich nur geringste Teile davon nutzen:


Mit unserer winzigen Nußschale Planet Erde schwimmen wir bildlich in einem riesigen Ozean an unendlicher und unerschöpflicher Energie in allen möglichen Erscheinungsformen:

  • Andauernd auf die Erde strömende Sonnenenergie: Durch Sonnenstrahlung gelangen etwa 1350 Joule an Energie pro Sekunde und qm auf die Erde (sogenannte Solarkonstante), also etwa 1350 W/qm, wobei der für den Menschen sichtbare Bereich der Strahlung nur einen sehr kleinen Ausschnitt des Strahlungsspektrums umfaßt.

  • Geothermische Energie, deren Kraft und Ressourcen Vulkanausbrüche deutlich machen.

  • Wir leben auf der Oberfläche einer dünnen Erdkruste (von vielleicht 100 km), die auf einem See geschmolzenen Gesteins schwimmt, das eine Tiefe von 2900 km aufweist und deren Nachschub an Wärme aus radioaktiven Zerfallsprozessen stammt und durch Wärmeleitung und Konvektion das Leben auf unserer dünnen Erdkrume erst ermöglicht. Die technische Nutzung ist beispielsweise durch Erdwärme und Wärmepumpen möglich.

  • Energie der Gezeitenkraftwerke durch die Gravitationskräfte von Mond und Sonne.

All dies läßt zunächst erwarten und hoffen, daß auch nach dem Ende der leicht „zu erntenden“ fossilen Energieträger die Energieprobleme der Menschheit auch zukünftig beherrschbar sind.


Der weit überwiegende Teil der Energie den der Mensch technisch nutzt, hat seinen Ursprung im Grunde in der auf die Erde durch Strahlung gelangenden Sonnenenergie. Den kleinsten Teil davon hat die Natur für uns Menschen nutzbar gemacht:


  • Die Energie des strömenden Wassers (Wasserkraft in Flüssen) und der strömenden Luft (Windenergie) und deren Nutzung in Wassermühlen und Wasserkraft- bzw. Windkraftturbinen beruht auf den durch die Sonnenwärme hervorgerufenen globalen Konvektionsströmungen von Wasserdampf (Wolken).

  • Durch Nutzung der über Jahrmillionen in chemischer Form eingelagerten Sonnenenergie, die wir durch Verbrennen (ein chemischer Prozeß) der durch die Erde geschaffenen Vorräte an fossilen Brennstoffen (Kohle, Öl, Gas) gewinnen und deren leichte Erreichbarkeit und Nutzung in Form der Bereitstellung von Hunderten von billigsten „Energiesklaven“ (alle unsere Maschinen, die Energie „fressen“) für jeden von uns im „reichen Westen“ die absolut notwendige Voraussetzung für unseren derzeitigen Wohlstand bilden.

  • Direkte Nutzung der Sonneneinstrahlung, zum Beispiel in Form von Photovoltaik- und Solarthermie-Anlagen. Trotz aller Euphorie ist davon auszugehen, daß diese Energieform in absehbarer Zeit auch nicht annähernd einen gleichwertigen Ersatz für die fossilen Energieträger darstellt (siehe dazu am Ende: Anmerkungen zur Realität der Energiepolitik). Wenn wir dann noch berücksichtigen, daß eine wachsende Zahl von Menschen dieser Erde einen ähnlichen Lebensstandard wie wir genießen wollen, wird es bald sehr eng im Kampf um immer mehr Nahrung für unsere Energiesklaven werden. Dabei ist noch nicht einmal berücksichtigt, daß es ohnehin immer schwieriger und bald unmöglich wird, das für unser Finanzsystem unabdingbar notwendige und exponential steigende Wirtschaftswachstum auch zukünftig zu realisieren. Wir haben eben ein Finanz- und Wirtschaftssystem, das Wachstum so notwendig zum weiteren „Leben“ braucht wie ein Fisch das Wasser.


Kann es je einen Schiffsmotor geben, der die in den Ozeanen praktisch unendlich vorhandene Wärmeenergie zum Antrieb des Schiffes nutzen kann?


Bei Diskussionen zum Thema Energie werde ich oft mit der oben zitierten Situation konfrontiert – daß wir von einem Ozean an bisher noch ungenutzter Energie umgeben sind – und der Aussage, daß es also nur eine Frage des menschlichen Intellekts sei, diesen uns umgebenden, praktisch ungenutzten Energie-Ozean für uns nutzbar zu machen. Das Bild mit dem Schiff auf dem „Energie-Ozean“ ist hervorragend. Allein in Form von vorhandener Wärmeenergie wären die Weltmeere – nach menschlichen Maßstäben – ein praktisch unendliches und sich beispielsweise durch die Sonnenstrahlung immer wieder auffüllendes Energiereservoir.


Eine intelligente und innovative Nutzung dieses Energiespeichers durch einen neuartigen Schiffsantrieb auf unserem Ozean-Liner muß doch irgendwann möglich sein. Die Wärmeenergie in den Weltmeeren ist zweifellos berechenbar und auch real vorhanden. Eine Nutzung wäre zudem voll im Einklang mit dem 1. Hauptsatz der Thermodynamik (ganz vereinfacht: Energiemengen bleiben immer gleich, auch bei Umwandlung in andere Energieformen). Die so gewonnene Nutzenergie würde anschließend sogar – letztlich zwangsläufig – wieder als Reibungsenergie (Wärmeenergie) an den Ozean zurückgegeben. Das Energieparadies wäre danach in greifbare Nähe gerückt, wenn nur nicht dieser bis heute noch nicht widerlegte „2. Hauptsatz der Thermodynamik“ wäre.


Trotzdem zunächst ein zweifellos schöner Traum, auch wenn eine zweite Betrachtung dann zeigen würde, daß die Verfügbarkeit von grenzenloser freier Energie für die Menschheit ein zweischneidiges Schwert wäre und durch die damit verbundene extensive Energienutzung die Menschheit noch rascher in die Wärmekatastrophe führen würde. Dazu vielleicht mehr in einem zukünftigen Beitrag, wie auch mehr Fleisch an die hier vorgestellten blanken Knochen der Physik der Thermodynamik (für Physiker ein höchst anspruchsvolles, interessantes und schwieriges Thema).


In Form von „freier Raumenergie“ ist die Menschheit möglicherweise sogar von einem Ozean an Energie umgeben, der der menschlichen Nutzung zugeführt werden kann.

Mein Eindruck dazu:


Und dieser Traum wird von den Anhängern der sogenannten „freien Raumenergie“ geteilt. Diese sind – Professor Turtur von der Hochschule Ostfalia ist wohl im deutschsprachigen Raum das bekannteste Beispiel dafür – der festen Überzeugung, daß wir – neben dem Wärme-Ozean in den Meeren – noch von ganz anderen Energiearten und unsichtbaren entsprechenden Energie-Ozeanen an sogenannter frei zugänglicher Raumenergie umgeben sind, für die nur noch etwas Forschung zu leisten ist, um diese praktisch unerschöpfliche Energiequelle für den Menschen nutzbar zu machen und damit alle Energieprobleme zu lösen. Nach den Ausführungen von Professor Turtur, die ich mir dazu angesehen habe, scheint es sich bei dieser Raumenergie um eine bunte, aber nicht näher definierte Mixtur von

  • „Vakuumenergie“ und „Dunkler Energie“ aus der Quantenphysik

  • Gravitationsenergie nach der Theorie von Gravitationswellen

  • magnetischen und elektrischen Feldern aus dem uns umflutenden Raum

  • Kernkräfte (z. B. Van-der-Vaal-Kräfte)

  • usw. usw.

zu handeln.


Nähere verständliche Angaben dazu macht Professor Turtur nach meinem Eindruck nicht. Mir blieb bei den Ausführungen insbesondere unklar, was Professor Turtur mit seinen gezeigten Formeln – die zweifellos richtig sind, der physikalischen Schullehre entsprechen und u. a. von Kernbindungskräften (die auch Gegenstand der physikalischen Lehre und Forschung sind) handeln – eigentlich aussagen und beweisen will. Konkret weist er eigentlich nur auf eine ganz simple Versuchsanordnung hin – in Form eines auf einer Flüssigkeit sich langsam drehenden Flügels –, die nach seiner Aussage beweisen soll, daß es diese „freie Energie“ tatsächlich gibt.


Eine Kritik dieses Versuchs aus der Ferne ist unmöglich. Eine Erklärung des im Film gezeigten sehr schwachen Effekts könnte aber beispielsweise schon sein, daß es eine altbekannte Tatsache ist, daß bei in Flüssigkeiten drehbar aufgehängten Gebilden schon die „Brownsche Molekularbewegung“ (Wärme) ausreicht, um diese in unregelmäßig schwankende Drehbewegungen zu versetzen. Aber offensichtlich ist es Professor Turtur bisher nicht gelungen, andere von seiner Idee zu überzeugen und wenigstens Gelder für den Bau einer kleinen und sicher nicht allzu teuren Demonstrations-Anlage zu sammeln.


Auch die vorgenommenen Messungen zum Verhältnis der „erzeugten“ zur „eingesetzten“ Energie, die Wirkungsgrade von mehreren hundert Prozent (besser wäre ohnehin der Begriff von „Leistungszahl“ im Sinne einer Wärmepumpe) dokumentieren sollen, ist für mich anhand der Ausführungen nicht nachzuvollziehen.


Anmerken möchte ich dazu dennoch: Zum einen sind bei derartig kleinen Leistungen wie bei der gezeigten Versuchsanordnung, die kein Demonstrationsobjekt darstellt (um eine Leistung in der Größe eines Automotors zu erzeugen, wäre nach Angaben von Prof. Turtur eine Anlage von der Größe eines Hauses erforderlich), die Meßfehler ganz erheblich (schon in den Anfangsgründen der Physiklehre wurde ich darauf aufmerksam gemacht, daß die Subtraktion von zwei sehr kleinen, mit einem Meßfehler behafteten Größen äußerst problematisch und deshalb immer fehlerhaft und unbrauchbar ist). Von Kritikern wird zudem darauf hingewiesen, daß bei den Leistungsangaben nicht zwischen Wirkleistung und Scheinleistung unterschieden wurde. Ob diese Kritik zu Recht besteht, kann ich so ebenfalls nicht beurteilen.



Allein aufgrund der vorliegenden Ausführungen und „Beweise“ immense Gelder bei sehr fragwürdigem Erfolg zu investieren – für die Durchführung dazu zweifellos vor einer technischen Umsetzung (in Form zunächst einer Demonstrations-Anlage) noch notwendiger umfangreichster Grundlagenforschung –, halte ich für gewagt. Es ist in jedem Fall äußerst fraglich, ob eine solche, wahrscheinlich Jahrzehnte dauernde notwendige Grundlagenforschung je zu Ergebnissen führen würde. Eine sich an den Bau einer Demonstrations-Anlage notwendige allgemeine technische Umsetzung wäre dann nochmals mit Jahren oder Jahrzehnten von Ingenieursarbeit verbunden. Die Erfahrungen mit der bereits zigmilliarden an öffentlichen Geldern verschlingenden Fusionsforschung (Meldungen, daß ein Durchbruch der Forschung in Aussicht steht, machen immer wieder die Runde: klar, so gibt es wieder Forschungsgelder) machen deutlich, wie lange es von der Umsetzung einer Theorie in die Praxis benötigt – wenn das gesteckte Ziel überhaupt je erreicht wird.


Mich jedenfalls haben die Ausführungen von Professor Turtur nicht überzeugt. Ich halte es deshalb für weit hergeholt und letztlich auch „weltfremd“, zu behaupten, daß die Forschungen nur deshalb nicht durchgeführt würden, da die Energieunternehmen an einer solchen Erfindung – aufgrund der damit verbundenen praktisch unendlichen und nahezu kostenlosen freien Energie - aus reinem Erhalt des Geschäfts-Modells nicht interessiert wären.


Ergänzungen zum „2. Hauptsatz der Thermodynamik“ und dem Begriff der Entropie:


Bei der Beschäftigung mit diesem Thema wurde mir zusätzlich klar, daß den Menschen zwar der Erhaltungssatz der Energie (1. Hauptsatz der Thermodynamik in seiner einfachsten Form) einigermaßen geläufig ist. Die Konstruktion eines Schiffsantriebs, der seine Energie aus dem umgebenden Wärmemeer bezieht, würde nicht im Gegensatz zu diesem physikalischen Gesetz stehen, wohl aber der weitgehend unbekannte und von den Menschen völlig verdrängte 2. Hauptsatz der Thermodynamik (ein relativ schwierig zu erfassender Begriff. Selbst Physikstudenten wird nachgesagt, daß diese den 2. Hauptsatz oftmals gegenüber dem Professor nur akzeptieren und damit rechnen, um die Prüfung zu bestehen). Diese voll verständliche und entschuldbare Unkenntnis erlaubt es aber, Politikern und Scharlatanen (wohlgemerkt: ich spreche von zwei unterschiedlichen Begriffen) in entsprechenden öffentlichen Diskussionen zu glänzen und den Beifall des Publikums zu erhaschen. Jeder, der in diesen Show-Veranstaltungen versucht, fachlich zu argumentieren, wird deshalb nur Hohn und Unverständnis ernten.


Dieses auch für Physikstudenten sehr schwer faßbare physikalische Naturgesetz widerspricht aber ganz eindeutig der Konstruktion einer solchen Maschine: Der 2. Hauptsatz der Thermodynamik, und dabei der Begriff der Entropie, beschreibt unter anderem folgende Dinge:

  • Die Entropie ist eine sogenannte (nicht bildlich faßbare) vollwertige physikalische Zustandsvariable, wie es bei einem Gas (Wasserdampf in einer Turbine) zum Beispiel auch Druck, Temperatur und Volumen sind.

  • Die sogenannte „Makrodefinition“ (im Gegensatz zur Mikrodefinition, wo das Verhalten einzelner Atome nach Wahrscheinlichkeitsgesetzen berechnet wird, wird hier das Gas als „Ganzes“ betrachtet) der Entropie ist einfach der Quotient aus Wärmemenge (Energie) und der entsprechenden Prozeßtemperatur (für den „Kenner“: immer auf der Basis der absoluten Temperatur in Kelvin, also nicht in Celsius).

  • In der Konsequenz ist nach dem 2. Hauptsatz zum Beispiel mechanische Energie immer vollständig in Wärme umwandelbar, ohne dem 2. Hauptsatz zu widersprechen. Ob überhaupt und in welchem Umfang aber Wärme in Arbeit (mechanische Arbeit) umwandelbar ist, hängt von der Entropie ab. Nach dem 2. Hauptsatz der Thermodynamik sind solche thermodynamischen „Prozesse“ grundsätzlich physikalisch nur in Richtung gleicher (bei sogenannten reversiblen Prozessen) oder höherer Entropie möglich. Prozesse, die zu geringerer Entropie führen, sind physikalisch ausgeschlossen und sind deshalb sogenannte irreversible Prozesse:

Einfache und jedem sofort einleuchtende Beispiele für die Gültigkeit des 2. Hauptsatzes der Thermodynamik sind:

  1. Ein Felsblock stürzt aus großer Höhe auf die Erde. Dabei wird die Lageenergie des Felsbrockens zunächst in kinetische Energie (Bewegungsenergie) umgewandelt und bei Aufprall auf die Erde voll in Wärmeenergie des Erdbodens und des Felsblocks umgesetzt. Dieser Vorgang erhöht physikalisch nachrechenbar die Entropie des betrachteten Systems und ist damit physikalisch ein irreversibler Prozeß, da Entropie ja nie verringert werden kann (das heißt in der Konsequenz, daß die Natur sich in physikalisch und technisch ablaufenden Prozessen nur in eine bestimmte Richtung entwickeln kann und am Ende unausweichlich dem „Wärmetod“ entgegenstrebt). Es wurde beispielsweise noch nie beobachtet, daß ein auf dem Boden liegender Felsblock durch Wärmezufuhr in die Höhe geschleudert wurde, und damit der Prozeß zu einer geringeren Entropie des betrachteten Systems führen würde.

  2. Ein Gas ist zunächst in einer Kammer isoliert. Daraufhin wird die Verbindungswand zu einer zweiten Kammer (mit Vakuum) geöffnet. Durch die Eigenbewegung der einzelnen Gasmoleküle breitet sich das Gas nach kurzer Zeit gleichmäßig in beiden Kammern aus. Auch bei diesem Vorgang kann die Erhöhung der Entropie mathematisch und physikalisch genau berechnet werden. Auch dies ist deshalb ein irreversibler Prozeß, wobei „irreversibel“ genauer bedeutet, daß ohne Zufuhr von zusätzlicher Energie (hier durch eine Pumpe der Energie zugeführt wird) der ursprünglich geteilte Zustand nicht mehr hergestellt werden kann. Auch aus der statistischen Betrachtung der Wahrscheinlichkeitsverteilung der hohen Anzahl von Gasmolekülen auf beide Kammern ergibt sich, daß in der Praxis eine solche Gleichverteilung eine Wahrscheinlichkeit von praktisch Eins hat, während alle anderen Verteilungen der Gasmoleküle eine praktische Wahrscheinlichkeit von Null besitzen, nur zeitliche Fluktuationen in einem gewissen Rahmen sind möglich. Es bedeutet letztlich, daß die Natur einem Gleichgewichtszustand zustrebt, der dem Zustand der „größten Unordnung“ entspricht (wer möchte da den Begriff Entropie nicht auf sich und sein Alltagsleben selbst anwenden, wenn ich nur meinen Schreibtisch und mein Arbeitszimmer mit sehr hoher Entropie anschaue) und für unser Universum letztlich den „Wärmetod“ bedeutet.


Was sind die praktischen Folgen:


Dieser 2. Hauptsatz der Thermodynamik und der Begriff der Entropie haben zur Folge, daß die Umwandlung von Wärmeenergie, zum Beispiel in mechanische Energie, nach gültigem physikalischem Naturgesetz von den Prozeßtemperaturen bestimmt wird. Unabhängig von der grundsätzlichen Konstruktion und dem verwendeten Prozeß der Turbine (z. B. Carnot-Prozeß), ist alleine durch die Frischdampftemperatur (technisch durch Materialeigenschaften der Turbinenschaufeln begrenzt) und die Kondensattemperatur am kalten Ende des Prozesses (gegeben durch die Kühlwassertemperatur) bestimmt, daß aus 100 % Wärme (durch Verbrennung von Kohle, Öl oder Gas) auch im ansonsten idealen und völlig verlustfreien Prozeß, allein aufgrund physikalisch gegebener Naturgesetzlichkeit, nur ca. 60 % elektrische Energie erzeugt werden können und 40 % an Abwärme, naturgesetzlich (also nicht technisch) bedingt, anfallen müssen. Zur Umwandlung von Wärmeenergie in eine andere Energieform ist ein Wärmegefälle notwendig, lediglich bei einem kalten Ende von 273 Grad (der absolute Temperatur-Nullpunkt, der nicht unterschritten werden kann) wäre eine Umwandlung von Wärme- in mechanische Energie zu 100 % möglich. Wären Konstruktionen und Wärmeprozesse mit unterschiedlichem idealem Wirkungsgrad realisierbar, dann würde dies ein sogenanntes Perpetuum mobile der 2. Art bedeuten. Dazu muß man nur noch wissen, daß thermodynamische Prozesse immer auch in der anderen Richtung arbeiten können und aus einer Wärme-Kraftmaschine dann zum Beispiel eine Wärmepumpe würde. Durch geschickte Kombination von zwei Maschinen mit unterschiedlichem Wirkungsgrad – von denen eine dann in Gegenrichtung arbeitet – könnte ansonsten grundsätzlich ein Perpetuum mobile der 2. Art geschaffen werden.

Diese „einfache“ Beweisführung kann durch eine entsprechende mathematische Betrachtung der einzelnen Prozeßstufen auch rechnerisch zweifelsfrei nachgewiesen werden.


Der Menschheitstraum, die riesigen Energiemengen in den Ozeanen oder die noch größeren Mengen an freier Energie im Weltall zu nutzen, wird deshalb wohl für immer ein Menschheitstraum bleiben. Erst dann, wenn die Physik des Entropie-Begriffs und des 2. Hauptsatzes der Thermodynamik widerlegt wird, kann man an die Realisierung eines solchen Perpetuum mobile der 2. Art gehen.